Charlie N. Holmberg – Der Papiermagier

Das Buch liest sich schnell weg und obwohl es das erste einer Reihe ist, hat es doch ein stimmiges Ende, sodass man die anderen nicht unbedingt lesen muss – was ich auch nicht tun werde. Der Papiermagier hat mich zwar recht gut unterhalten, aber eben mehr auch nicht. Die Charaktere waren recht klischeehaft und die doch recht blutige Reise ins Herz des Magiers und vor allem die Nekromanten-Magie störten abrupt das ansonsten recht harmonisch gehaltene Bild der Welt.

Was aber auch daran liegen kann, dass man von der Welt selbst nicht viel erfahren hat. Zum Beispiel: Kann jeder Mensch Magie lernen, oder braucht man dafür bestimmte (genetische?) Voraussetzungen? Und: Warum ist die Protagonisten in solchen Szenarien immer (immer!) unzufrieden damit, wo sie landet? Warum konnte sie nicht einfach begeistert gewesen sein von der Papiermagie? So ungern, wie sie gegen ihre Widersacherin gekämpft hat, kann ich mir kaum vorstellen, dass sie bei den Metallmagiern, wo sie eigentlich hinwollte und die Waffen/Munition herstellen, so wahnsinnig glücklich gewesen wäre.

Natürlich verliebt sie sich auch noch innerhalb weniger Tage in ihren Meister, ebenjenen Papiermagier, der dem Buch seinen Titel gibt. Ich finde es grenzwertig, dass Schwärmerei oder eine leichte Verknalltheit immer gleich mit Liebe gleichgesetzt wird – und natürlich die Heldin auch direkt alles für ihren Liebsten riskiert, einschließlich ihr eigenes Leben. Die Liebe, die so plötzlich da ist, habe ich nicht nachvollziehen können. Schade – mit ein bisschen mehr Zeit zwischen der Schülerin und ihrem Lehrer (perfekte Gelegenheit, die Welt näher zu erklären!) wäre das sicherlich anders gewesen.

Die Reise ins Herz war dann schon recht interessant, auch wenn die blutigen Szenen doch recht überraschend für das ansonsten sehr harmonische und Friede-Freude-Eierkuchen-Setting kamen. Auch hier hätte einen wahrscheinlich nähere Erklärungen der Welt an sich besser auf die blutigen Szenen vorbereitet, sodass es mir nicht ganz so abrupt vorgekommen wäre.

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