Das „Hobby“ Konsole spielen

Was genau macht ein Hobby aus?

Vor zwei Tagen sagte ein Kollege einen Satz, der mich recht verwunderte. Er erzählte davon, dass seine Freundin gerne ihrem „Hobby“ Konsole spielen nachginge – Hobby packte er nicht nur stimmlich sondern auch mit Gesten in Gänsefüßchen. Ich war bis zu dem Zeitpunkt der festen Überzeugung, dass das Hobby Zocken mittlerweile auch wirklich als Hobby anerkannt wird – selbst wenn man theoretisch nur starr vor dem Rechner oder dem Fernseher sitzt und wild auf Knöpfen oder der Maus und Tastatur herumdrückt. Um zu zeigen, dass dies tatsächlich ein Hobby sein kann, fasse ich mal kurz zusammen, was ein sogenanntes „Hobby“ ausmacht.

Allen voran die Definition laut Duden – auch wenn dieser immer mehr seine Seriosität verliert: als Ausgleich zur täglichen Arbeit gewählte Beschäftigung, mit der jemand seine Freizeit ausfüllt und die er mit einem gewissen Eifer betreibt.

Als Synonyme gibt der Duden unter anderem Leidenschaft, Passion, Liebhaberei und Steckenpferd an. Kurz gesagt: Ein Hobby ist eine Beschäftigung, der Menschen gerne und mit Freude nachgehen. Daher gilt für jedes Hobby mindestens eins der folgenden Merkmale:

  • Es bereitet Freude
  • Die Zeit kann dabei vergessen werden
  • Es wird mit Freunden zusammen ausgelebt
  • Es verschlingt Zeit
  • Es verschlingt Geld
  • Jede freie Minute wird dafür geopfert
  • Es geht nicht darum, der Beste zu sein

In Bezug auf das Zocken, egal ob  nun am PC oder an der Konsole, kann an jeden Punkt ein Haken gesetzt werden. Je nach Anspruch des Spielers möchte er aber schon der Beste sein – viele spielen aber auch nur aus Spaß an der Freude. Ich selbst zähle mich zu denen, die gerne Videospiele spielen und dies durchaus als Hobby bezeichnen. Ich komme mittlerweile nur leider weitaus seltener dazu als ich dies eigentlich möchte.

Es liegt wohl einfach an den Kreisen, in denen man verkehrt, ob man belächelt wird oder nicht – wie bei fast jedem Hobby. Cosplayer werden von Außenstehenden auch für verrückt erklärt, ebenso wie Schwertkämpfer oder Angler. Das Fazit dieser Geschichte ist auf jeden Fall für mich: Ich weiß, dass viele Hobbys seltsam wirken auf Menschen, die dies nicht ausüben – selbst das Schreiben eines Blogs. Und das es meist keinen Sinn macht, darüber zu diskutieren.

Mit meinem Kollegen habe ich übrigens nicht diskutiert. Ich habe während meiner Studienzeit gelernt, dass es ein endloses Diskussionsthema ist, wenn bei Paaren einer dem Hobby Zocken nachgeht, der andere aber nicht – und am besten ist es in dem Fall, die eigene Meinung für sich zu behalten. Sonst steht man selbst nachher als der Böse da.

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