Ernest Cline – Ready Player One

Auf der Buchmesse fiel mir „Armada“ von Ernest Cline in die Hände (ein super Buch!), nun habe ich auch „Ready Player One“ von ihm gelesen und bin weiterhin begeistert von ihm. Wer Computerspiele und Science-Fiction mag, kommt mit diesem Autoren definitiv auf seine Kosten!

In „Ready Player One“ wird eine düstere Zukunft dargestellt: die Menschen sind verarmt, es gibt Zwangsarbeit in großen Konzernen (mit Fußfessel etc.), Essen wird durch Gutscheine ausgegeben, wer sich keine Wohnung leisten kann, lebt auf der Straße oder hat das „Glück“, in einem der Stacks unterzukommen – ehemalige Stellplätze für Wohnwagen. Die Wohnwagen stehen da immer noch, um Platz für mehr zu schaffen, werden sie allerdings gestapelt und es ist durchaus möglich, dass so ein Stapel auch mal umfällt. Der einzige Lichtblick von Millionen Menschen und des Protagonisten ist die OASIS, eine virtuelle Welt, in der man wie bei einem MMORPG Quests lösen, Gegenstände finden und Level aufsteigen kann – aber auch arbeiten und zur Schule gehen.

Der Gründer der OASIS stirbt zu Anfang des Buches und startet mit seinem Testament einen Wettbewerb: nur wer seine drei Rätsel löst und das Easter Egg findet, bekommt all sein Vermögen sowie alle Rechte an der OASIS. Klar, dass es da einen Wettlauf gibt zwischen Leuten (wie dem Protagonisten), die die OASIS so erhalten wollen, wie sie ist, und Konzernen, die das Programm bis auf den letzten Cent ausschlachten wollen.

Es ist ein Wettlauf, der erst rein virtuell wie eine Rallye wirkt, wie etwas, das Spaß macht und zwar mit Ernst, aber nicht verbissen betrieben wird. Wäre da nicht der eine Konzern, der unbedingt gewinnen will und dafür auch notfalls über Leichen geht. Das Buch bekommt eine sehr viel gefährlichere, noch düstere Note, wenn einem das erst einmal klar wird – und macht es nur noch ungleich besser.

Es macht Spaß, in der OASIS herumzureisen und das Easter Egg zu suchen. Vor allem die vielen Hinweise auf Spiele, Filme und Musik der 80er Jahre sorgen immer wieder für ein Schmunzeln. Ich wurde zwar gerade erst Ende der 80er geboren, einiges habe ich aber trotzdem erkannt.

Der einzige Kritikpunkt: die Liebesgeschichte, die erst unterschwellig und dann immer stärker eingebaut wird. Bei „Armada“ gab es dies auch – es scheint fast so, als hätte dem Autoren jemand gesagt, dass sich ein Buch ohne Liebesgeschichte nicht verkauft. Es hätte aber durchaus auch ohne funktioniert, auch wenn sie nicht wirklich stört, immerhin hat Cline sie so gut es geht im Hintergrund gehalten.

2018 kommt das Buch als Film heraus, Spielberg hat seine Hände da mit im Spiel. Ich bin gespannt, wie die reale und virtuelle Welt des Buchs umgesetzt werden.

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