Gewalt als ästhetisches Mittel

Schießen, köpfen, zerhackstückeln - Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt

In der Gamestar wurde ein Artikel veröffentlicht, der sich Gewaltdarstellungen in Videospielen annimmt. Mir gefallen Gewaltdarstellungen, vor allem mit Unmengen an Blut, nicht im Geringsten. Es gibt aber einige, die sie sogar schön finden, laut dem Artikel, und das hat mich schon etwas gewundert.

Gewaltdarstellungen haben mich noch nie gereizt. Ich erinnere mich, dass ich mit einer Freundin im Kino saß und The Last Samurai geschaut habe. Die Kampfszenen, in denen Tom Cruise mit seinem Samuraischwert den Gegnern den Kopf abschlägt, kommentierte meine Freundin mit den Worten: „Da spritzt ja viel zu wenig Blut! Wo ist das Blut?!“ Für mich gab es da genug Gewalt, auch ohne die Darstellung von Blut. Immerhin sah ich danach Kill Bill und habe gesehen, was für Blutfontänen aus Hälsen spritzen können, die gerade ihren Kopf verloren haben. Da gab es viel Blut, aber auch wiederum nichts, was ich irgendwie hätte schön finden können.

Genauso sieht es in Videospielen aus: Ich spiele sie wegen der Story, nicht wegen der Gewaltszenen. Wenn Lara Croft im neuen Tomb Raider zerhackt, geköpft oder durchbohrt wird, bin ich die erste, die sich die Hände vors Gesicht reißt, um das nicht mitansehen zu müssen. Zugegeben, Metal Gear Rising: Revengeance habe ich auch gespielt und das Schnetzeln hat mir wirklich Spaß gemacht. Aber es waren Cyborgs, es sah alles nur halb so menschlich aus wie in anderen Spielen oder Filmen. Für mich sind viele Dinge eben einfach zu real. Auch wenn die Überspitzheit und die überzogene Darstellung, laut dem Gamestar-Artikel, meistens genau das ist, was die Entwickler darstellen wollen. Eben damit es nicht zu real wirkt.

Klar, wenn jemand geköpft wird, wird es eher wie in Last Samurai aussehen. Wenig fontänen-spritzendes Blut, aber vielleicht ein Körper, der noch zwei, drei Schritte tut, weil er noch nicht gemerkt hat, dass der Kopf fehlt. Das gefällt mir ebenso wenig, aber es ist weniger Blut. Ich bin einfach kein Freund von umherspritzendem Blut, zumindest nicht in den Spielen, die eh schon so real aussehen. Was meint ihr? Sollte die Gewaltdarstellung weiterhin so exzessiv durchgeführt werden, oder doch eher mehr ein Fokus auf das moralische Bewusstsein gelegt werden? Versteht mich auch bitte nicht falsch: Ich verurteile niemanden, der gern Ego-Shooter spielt oder in GTA 4 Autos mit Granaten durch die Luft fliegen lässt – Es ist nur einfach nicht das, was Zocken für mich persönlich ausmacht. Gewalt ist für mich nur insofern wichtig in Videospielen und Filmen, als sie zur Story gehören und einfach stimmig ist.

Quelle: Gamestar

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