Markus Heitz – Des Teufels Gebetbuch

Abgesehen von den Zwergen kannte ich bisher keine Bücher von Heitz – die Albae habe ich mal angelesen, aber nicht weiter verfolgt. „Des Teufels Gebetbuch“ fand den Weg in unser Bücherregal, weil mein Mann es gern lesen wollte – und da es nun schon mal da stand, griff ich auch danach. Eine Entscheidung, die nicht bereut habe.

Die Fantasy ist subtil eingewoben in ein Buch, das einen einiges über die Geschichte der Spielkarten näher bringt. Es gibt zwei Erzählebenen – eine zu der Zeit, in der Bastian Kirchner das sogenannte Gebetbuch des Teufels anfertigt, ein Kartenspiel, in das ein böser Fluch eingewoben ist, sodass es jedem, der es besitzt, Verderben bringt. Kirchner fertigt das Kartenspiel auf Wunsch eines geheimnisvollen Mannes, Martin Dietrich, an, den meist ein schwarzer Pudel begleitet. Wiederum recht subtil webt Heitz hier zum Schluss ein, wie Goethe (ja, genau der Goethe, er hat eine Nebenrolle in dem Buch) dadurch auf seine Idee für die Geschichte rund um Faust kam.

Die zweite Erzählebene spielt in der Gegenwart und zeigt die Jagd nach den Karten. Durch einen illegalen Spielerring, in dem Superior nach historischen Regeln (wer das Pik-Ass zieht, muss sterben) gespielt wird, geraten ein älterer, ehemaliger Spielsüchtiger und eine Ärztin in den Bann der Karten. Sie versuchen, sie zu finden und zu vernichten und jetten dafür um die ganze Welt, legen sich mit Mafia, Killern und Verrückten an. Diese Ebene ist sehr blutig und grausam, was durch das Kartenspiel, das seine Opfer verlangt, erklärt wird. Teilweise war es mir ein wenig zuviel des Guten, aber es passte in die allgemeine Stimmung des Buchs. Das Ende wiederum war ein wenig unbefriedigend, es schien mir etwas zu leicht gegangen zu sein. Andererseits musste aber Heitz auch irgendwie zu einem Ende kommen und da war das von ihm gewählte sicherlich das beste.

Zum Buch: Des Teufels Gebetbuch

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