Von der Idee zum fertigen Manuskript – Teil 2

Die Regeln der Welt

Weiter geht es mit meiner Reihe „Wie schreibe ich ein Buch?“ Im ersten Teil habe ich euch erzählt, wie ich von der ersten vagen Idee durch Diskussionen zur Handlung und den Regeln der Welt komme. Dieses Mal werde ich euch beschreiben, wie ich die Regeln für meine Welt entwickle.

Logik ist wichtig
Ich schreibe Urban Fantasy. Das heißt, ich nehme die Welt so, wie sie ist, und platziere einen Spritzer Magie in ihr. Das heißt aber auch, dass es keine übermächtigen Wesen geben darf. Wesen beispielsweise, die sich von Menschen ernähren und keine einzige Schwachstelle haben – es lässt sich nicht logisch erklären, warum die Welt so ist, wie sie ist, warum die Menschen nicht zum Futter degradiert werden und die Wesen die Herrschaft haben.
Meine Regeln zielen also darauf ab, die Welt erklärbar zu halten. Wenn es Fantasywesen gibt, dann sind sie nicht übermächtig, wenn Magie eingesetzt werden kann, dann nur in einem begrenzten Maße. Meine Protagonisten in der Trilogie können zum Beispiel ihre eigene Form der Magie einsetzen – es kostet sie aber enorme Kraft. Je stärker der Zauber, desto mehr Kraft verlieren sie und desto länger brauchen sie für die Regeneration. Auch der Thuata Dé Danann in meinem Debütroman verliert Kraft, wenn er Magie einsetzt – vor allem, wenn sich die betreffende Person bewusst oder unbewusst gegen seinen Zauber wehrt.

Tipp: Magie ist niemals einfach so da. Erstellt Regeln, die sie erklärbar, logisch machen. Auch J.K. Rowling überlegte erst ganz genau, was Zauberer können und was nicht, ehe sie mit dem ersten Band startete.

Für alle Genres gilt übrigens der Hinweis auf die Logik, egal ob sie in der hiesigen Welt spielen oder in einer eigens ausgedachten. Das ist einer der Gründe, aus dem Schriftsteller auf Recherche gehen: die Regeln im Mittelalter waren anders als heute, ein paar hundert Jahre in die Zukunft werden wieder andere gelten. Macht euch vertraut mit der Epoche, in der ihr schreiben wollt, bis ihr euch dort wie zu Hause fühlt und es keine offenen Fragen mehr gibt. Dann habt ihr eine Welt erschaffen, in der genug erklärt ist, sodass sich auch eure Leser darin zurechtfinden ohne zu viele offene Fragen.

Hier geht es zum ersten Teil: Wie schreibe ich ein Buch?

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