Xbox One

Microsoft sollte nicht auf seine Kunden hören!

Wieder einmal ein Thema um die Xbox One. Man sagt ja immer, dass negative Kritik besser ist als gar keine Kritik oder sogar positive – Allerdings gilt das für Bücher. Ich bezweifele, dass es sich 1:1 auf Konsolen übertragen lässt. Die Kritik um Microsoft lässt aber nicht nach, der Game-Designer und Autor Jesse Schell behauptet sogar, dass Microsoft nicht auf seine Konsumenten hören sollte.

Microsoft hätte, laut Schell, einen Fehler gemacht, und zwar einen gravieren: Als es Kritik zur Xbox One seitens der Fans hagelte, sogar Sony auf seiner E3-Pressekonferenz dem Konzern noch einen reindrückte und die Vorbestellungen zur PS4 in die Höhe schossen, während die zur Xbox One eher stagnierten – da hätte Microsoft nach Schell nichts an der Xbox One ändern sollen. Die Argumentation von dem Game-Designer gründet darauf, dass Konsumenten nicht wissen, was sie eigentlich wollen und sich generell gegen Entwicklungen sperren.

Im Klartext: Er spricht uns die Mündigkeit ab. Er sagt, wir haben keine Ahnung von dem, was wir eigentlich wollen. Erinnert ein wenig an einen Mario-Barth-Sketch, der ungefähr so ging: Mann sagt zur Frau: „Ich mag das Gericht nicht.“ Frau antwortet darauf: „Doch, du magst das!“ Ich persönlich muss ja sagen, dass ich sehr genau weiß, was ich will und was ich nicht will. Und zu den Sachen, die ich definitiv nicht will, gehört eine Xbox One, die immer am Netz sein muss und deren Kinect-Kamera immer läuft. Die Überwachung hatten wir doch abgeschafft, und dabei sollte es eigentlich auch bleiben. Denn da kommt die alte Frage wieder auf: Ab wann wird Überwachung zur Kontrolle?

Klar, Microsoft hat nie gesagt, dass der Konzern die User überwachen will. Vielleicht bin ich da auch einfach zu vorsichtig. Aber ich bin froh, dass der Internetzwang verschwunden ist. Vielleicht werden die nachfolgenden Generationen das anders sehen und immer miteinander vernetzt sein. Aber momentan noch bin ich ganz froh, einfach nur für mich alleine zocken zu können. Also, Herr Schell: ich für meinen Teil glaube, dass es sehr viel eher zum Ruin eines Konzerns führt, wenn eben nicht auf die Konsumenten gehört wird. Wer hätte die Xbox One mit dem Internetzwang und der Gebrauchtspielsperre denn gekauft? Nur ein Bruchteil der Leute, die jetzt wahrscheinlich auf den Release der Next-Gen-Konsole hin fiebern. Immerhin haben wir als Konsumenten und auch als Gamer eine Mündigkeit, die wir uns nicht absprechen lassen sollten. Auch nicht von einem Game-Designer.

Zudem: Würden sich Gamer gegen Entwicklungen sperren, würde es nicht so einen Hype um Oculus Rift und Omni geben. Das sind aber eben die Entwicklungen, die die Gamerwelt will. Ebenso, wie sie die PlayStation 4 will und nun, nachdem Microsoft endlich auf die Wünsche seiner Kunden hörte, auch die Xbox One. Klar, die Entwickler von Oculus Rift und Omni haben keinen großen Konzern hinter sich. Aber auch wenn Sony oder Microsoft diese Idee gekommen wär, hätte die Gamerwelt wahrscheinlich Freudensprünge gemacht, anstatt, wie Schell glaubt, zu sagen: „Nein, wir wollen das nicht.“

Quelle: Gamesindustry.biz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.